Bühnenpräsenz ist ein ganz zentrales Thema in unserer Lernwerkstatt. Hierbei geht es um alles, was ein Chor auf der Bühne tut, und vor allen Dingen wie er es tut. Und da man bekanntlich nicht nichts tun kann, betrifft das Thema Bühnenpräsenz jeden Chor, der seine Kunst auf einer Bühne präsentiert. Man könnte sagen, dass das Wort Bühnenpräsenz ausdrückt, in welchem Maße sich ein Chor der Situation auf der Bühne bewusst ist und mit ihr umgehen kann.

Dabei besteht das, was der Zuschauer am Ende sehen, hören und wahrnehmen kann, zum Einen aus Gelerntem und fest Verankertem, zum anderen aus der spontanen Interaktion untereinander und mit dem Publikum im Moment des Auftritts. Funktioniert beides einwandfrei, abwechselnd und sich gegenseitig befruchtend, sprechen wir von einer guten Bühnenpräsenz. Leider kann man Bühnenpräsenz nicht direkt üben. Wir können uns aber den Aspekten widmen, aus denen sie sich zusammensetzt! Die Präsenz selbst entsteht dann später, wenn alles Gelernte angstfrei dargeboten werden kann, und daneben noch Raum ist für Spontanes bleibt.

Ausstrahlung

Die Ausstrahlung des Einzelnen und der gesamten Gruppe ist ein wichtiger Aspekt der Bühnenpräsenz. Wie wirke ich persönlich auf der Bühne? Fühle ich mich dort wohl? Wir wirken wir als Gruppe auf den Zuschauer? Nimmt man uns ab, wovon wir singen? Wirken wir locker und selbstbewusst? Wirken wir sympathisch? 

Körpersprache

Die Körpersprache wiederum ist ein wesentlicher Aspekt der Ausstrahlung. Über unseren Körper kommunizieren wir meist unbewusst. Das bedeutet im Falle der Bühnenpräsentation, dass wir die Sache nicht wirklich unter Kontrolle haben. Wenn wir nicht wissen, wie der eigene Körper spricht und wie er seine innere Welt ausdrückt, können wir das „Gesprochene“ auch nicht beeinflussen. Das führt dann dazu, dass der Zuschauer das Ganze ängstliche Chaos, das sich in einem Auftretenden abspielen kann, sehr genau abliest. Das lenkt den Zuschauer leider sehr von der Musik ab. Uns selbst natürlich auch 🙂 Wir sollten also unsere Körpersprache mit dem in Übereinstimmung bringen, was wir ausdrücken wollen und uns gleichzeitig den Faktoren widmen, die uns davon abhalten, nämlich zum Beispiel unserer Bühnenangst.

Mimik und Gestik

Mimik und Gestik sind Teil der Körpersprache. Wir behandeln sie gezielt und im Speziellen, da sie so wichtig und entscheidend für mehrere Aspekte der Chormusik sind. Zum Einen beeinflussen sie enorm die Glaubwürdigkeit einer Darbietung. Zum anderen wirken sie aber auch auf uns selbst zurück! Wenn wir zum Beispiel traurig gucken, kommt in uns ein Gefühl der Traurigkeit hoch. Und das ist es, worauf es am Ende wirklich ankommt! Denn so bekommt unser Vortrag echte Tiefe. Ein weiterer, wichtiger Aspekt ist, dass wir auf diese Weise die Spiegelneuronen anderer anregen. Wir bewirken also einerseits eine  Einstimmung auf das Gefühl der Traurigkeit auf uns selbst, andererseits aber auch auf unsere MitsängerInnen, auf die Chorleitung und auf das Publikum. So potenzieren Gefühle und Emotionen. Wir notieren übrigens die jeweilige Mimik und Emotion von Anfang an als Piktogramm in den Noten. Die 5 Grund-Emotionen, die du unten siehst, werden natürlich einzeln geübt und gut gekonnt, bevor sie im Song angewendet werden sollen. Wir können sie dann hinzu nehmen, sobald die SängerInnen Töne und Text/Sprachgestaltung zusammen bringen.

 

Wir notieren die 5 Grund-Emotionen als „Mimik-Piktogramme“ in den Noten

 

Emotionales Singen

Emotionales Singen entsteht, wenn wir Körpersprache, Mimik und Gestik zu einer Gesamt-Ausstrahlung zusammenbringen, die dem Song entspricht, den wir gerade singen. Sobald wir die „Technik“ beherrschen und wir uns nicht mehr zu stark auf sie konzentrieren müssen, widmen wir uns immer mehr der Bedeutung des Stückes. Nun wird es erst richtig Musik 🙂 Die Ausstrahlung auf das Publikum wird umso intensiver, je einheitlicher die SängerInnen im Einklang mit dem Chorleiter harmonieren. Emotionales Singen ist ein sehr dynamisches Thema, da sich die Emotionen eines Liedes stark entwickeln, abwechseln und eine eigene, musikalische Geschichte erzählen. Es ist stark verwoben mit dem Begriff der Musikalität. Jemand, der musikalisch ist, kann die unterschiedlichen emotionalen Untertöne von Musik erfassen, individuell einfärben und ausdrücken. Im Chor braucht es ein einheitliches Empfinden, damit eine starke Wirkung auf das Publikum entstehen kann. 

Kurse zur Bühnenpräsenz

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