Ich halte es für entscheidend, dass wir den kontinuierlichen Fluss, die Verlässlichkeit der wöchentlichen Proben aufrecht erhalten. Unabhängig von den Infektionszahlen, dem Wetter, den äußeren Zielen und den zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten sollte jede Woche regelmäßig etwas Sinnvolles stattfinden. Für viele Menschen bietet das eine stabile Orientierung und eine große Hilfe in ihrem Alltag. Für den Chor garantiert es den Fortbestand. 

Regelmäßig aber nicht eintönig: das wöchentliche Lernangebot

Das Wort Chorprobe impliziert etwas, das so ähnlich ist, wie unsere Proben damals… das gibt es momentan nicht. Wir müssen unsere Idee vom Lernen viel weiter fassen. Schaut mal in die Themen-Liste der Lernwerkstatt. 

Es gibt viele Möglichkeiten zu lernen jenseits der Zoomprobe. Ihr könnt einen für alle zugänglichen Kalender anfertigen, in dem ihr für jede Woche eintragt, wer welches Lernangebot macht. Welche das sind, hängt natürlich von euren Schwerpunkten ab. Hier ein Beispiel:

Beispiel-Probenplan für wöchentliche Angebote

Video-Tutorials

Video-Tutorials zu verschiedenen Themen eurer chorischen Arbeit kann man recht einfach selber machen. Man benötigt ein Smartphone, ein Stativ und gutes Licht (siehe Video: Wie man sich ins rechte Licht rückt) Das Gute daran: ihr könnt auf diese Weise eine kleine, eigene Chor-Bibliothek schaffen, die für alle neuen (und alten) Sänger auch in Zukunft zur Verfügung steht! Themen variieren natürlich je nach Chor. Hier einige Beispiele:

  1. Triolen singen – aber richtig
  2. Einsingübungen zum Mitmachen
  3. Notenlesen für Anfänger
  4. Legato singen
  5. Stimmbildung: wie du leichter in die Höhe kommst
  6. Klatschen auf 2 und 4
  7. Besser Intonieren
  8. Lampenfieber bewältigen
  9. Lax Vox richtig nutzen
  10. Unsere Choreo zu „Get Happy“
  11. Wie wir unsere Chorkleidung zusammenstellen

Ich könnt die Videos dann auf dem Mitgliederbereich eurer Webseite veröffentlichen. Ich terminiere das genau so, wie ein Zoomprobe – veröffentliche die Videos also mit Ankündigung zur regulären Probenzeit.

1:1 Lernangebote

Diese Zeit ist wie geschaffen für Dinge, die sonst zu kurz kommen. So kannst du anbieten, dass man dir (als ChorleiterIn, ChoreografIn, StimmführerIn) Hörbeispiele und/oder Videos einreicht. Du kannst deine Leute einzeln coachen! Das nimmt viel weniger Zeit in Anspruch, als du denkst. Beispiel: Du hast veröffentlichst mit Ankündigung deinen Triolen-Workshop (siehe oben „Video Tutorials“) am 9.2.21. Anschließend bekommen die ChorsängerInnen die Aufgabe zu üben, mit dem Fuß das Metrum zu klopfen und mit der Hand die Triole zu schlagen. Lass dir eine Video-Aufnahme davon einreichen mit Deadline. Du wirst staunen, wie viel die Leute üben, bevor sie die Aufgabe einreichen (was der Haupt-Sinn dieser Sache ist) und wie gut es sich für dich anfühlen wird, die Ergebnisse zu sehen. Du kannst nun ein kurzes, freundliches Feedback geben. Die Aufgaben dürfen natürlich nicht zu schwer sein, aber schon ein wenig Stress verursachen bei den SängerInnen! Wenn du willst, kannst du das Einreichen der Ergebnisse auch freiwillig halten (nicht aber die Aufgabe selbst).

Mehr Ideen zum 1:1 Coaching findest du bald in der Rubrik Fähigkeiten entwickeln.

Selbstlernprogramm: My Choral Coach

Wir lernen neue Stücke mit dem Selbstlernprogramm MyChoralCoach. Das Programm spielt deine eigene Stimme als Melodie vor, oder wahlweise auch eine andere Stimme oder nur die Begleitung. Gleichzeitig siehst du das Notenbild. Du kannst die Geschwindigkeit verändern, in kleinen Abschnitten lernen und deine Stimme auch aufnehmen! So erfährst du direkt und sofort vom Programm, wo du zu tief oder hoch intoniert hast oder den Rhythmus nicht richtig gesungen hast.

Bei MyChoralCoach hast du die Wahl zwischen fertig eingestellten Musikstücken und selbst hochgeladenen.

Wir proben seit dem Lockdown mit Trallafitt mit dieser Software und haben sogar geholfen, sie ins Deutsche zu übersetzen! Bei uns ist Laila Fachfrau für das Thema. Wenn du Interesse hast, kannst du sie kontaktieren. Momentan stellt sie ein Tutorial her und kann dich informieren, sobald es fertig ist!

Schreib an laila@choliebe.de

Üben in Kleingruppen

Sobald es die Infektionszahlen wieder zulassen, können wir wieder in kleinen Gruppen von 2-4 Personen proben. Das lässt sich oft besser realisieren, als große Gesamtproben mit großem Abstand. Wichtig ist, dass die Gruppen Hilfe bekommen, um Anfangstöne zu bekommen. Vielleicht habt ihr Teachtapes, zu denen ihr üben könnt. Oder es sollte jemand dabei sein, der die Töne von einem Instrument abspielen kann.