Manfred Adams

Mein Name ist Manfred Adams. Wenn man mich als ein Urgestein der deutschen Barbershop-Szene bezeichnet, bezieht sich das hoffentlich nicht nur auf das Alter.

Tatsächlich habe ich dieses spezielle A-Cappella-Genre bereits Ende der 60er Jahre kennengelernt, und zwar in der Stammkneipe des Studentischen Madrigalchores Münster. Jedes Mal, wenn wir dort nach den Chorproben gemütlich beim Bier zusammensaßen, holte jemand einige Noten hervor, die man von der letzten USA-Reise mitgebracht hatte. Diese haben wir dann aus dem Stegreif in die barbershop-typischen Klänge verwandelt. Der Funke war gelegt.

Seit dieser Zeit hat sich viel getan, besonders seit den 80er Jahren. Ich habe mehrere Quartette gegründet, so die „Ruhrpott Company“ und „Cadillac“, und dort als Bass mein Wissen und meine Stimme eingebracht. Als sich dann in Deutschland weitere Barbershop-Pflänzchen regten, habe ich meinen Teil dazu beigetragen, um den deutschen Fachverband für Barbershopgesang zu gründen, „BinG! Barbershop in Germany“ (www.barbershop.de). Lange Jahre war ich dessen Vorsitzender und habe im Musikausschuss des Chorverbandes NRW die Interessen des Verbandes vertreten.

 Im Jahr 1991 wurde dann der Frauenchor „Ladies First“ (www.ladies-first.info) ins Leben gerufen, der seitdem unter meiner Leitung viele Erfolge feiern durfte. Wir sind u.a. zehnfacher Deutscher Barbershop-Meisterchor und Erster Preisträger des Deutschen Chorwettbewerbs 2002. Ich denke, dass die „Ladies“ manches dazu beigetragen haben, die Barbershop-Musik in der deutschen A-Cappella-Welt zu etablieren. Mit „Phönix“ bin ich schließlich noch einmal für 10 Jahre in die Quartettszene eingestiegen. Wir haben es 2017 beim WDR-Wettbewerb „Der Beste Chor im Westen“ ins Halbfinale geschafft. Außerdem ist es uns gelungen, gemeinsam mit anderen Quartetten, in denen im Übrigen auch meine Tochter Britta mitwirkte, ein neues Genre aus der Taufe zu heben, das A-Cappella-Musical. Mit „Fis Marlowe und die verschwundene Quinte“ und „Sing mir das Lied vom Tod“ haben wir eine Menge Spaß und gute Barbershop-Musik auf die Bühne gebracht.

Es ist mein Anliegen seit vielen Jahren, herauszufinden, mit welchen (kleinen) Schritten man ChorsängerInnen effektiv und dauerhaft verbessern kann. Das tolle Projekt von „Let’s barbershop“ bietet mir die Möglichkeit, all meine Wissen zusammenzufassen und zu schauen, ob wir es schaffen, in nur einem Jahr einen tollen Barbershopchor auf die Bühne zu bringen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das gelingt!