Unsere Themen in der Chorliebe-Lernwerkstatt sind viel zahlreicher, als ich mir das früher so vorgestellt habe! Als ich vor 30 Jahren begann mit Chören zu arbeiten, war mein Thema klar: ich dachte mir Choreografien aus und habe sie den Chören, die mich engagierten, beigebracht. Seitdem bin ich Chor-Choreografin von Beruf – aber ich habe 30 Jahre gebraucht, um alle wesentlichen Aspekte dieser Arbeit zu verstehen!

Was ist als erstes erfahren habe war, dass es für die meisten Menschen extrem schwierig ist, gleichzeitig zu singen und zu tanzen. 

Oft haben die Chorsängerinnen und -Sänger alle musikalischen Absprachen während des Erlernens der Choreo vergessen – zum Leidwesen der Chorleiter. Die Choreografien wurden also einfacher, sollten aber nicht weniger Effekt haben.

Mit der Zeit wurde mir immer deutlicher bewusst, dass man die einzelnen Themen der Chorarbeit zum Lernen zwar auseinandernehmen kann. Aber am Ende muss alles miteinander verschmelzen zu einem Musikstück, dem man die Einzelteile nicht mehr anmerkt! Daher ist es wichtig, zunächst die Ebenen zu trennen, um möglichst viel gestalterischen Einfluss darauf zu haben. Es sollte in kleinen Etappen und sehr fokussierten Schritte voran gehen, die sich aber am Ende zu einer einzigen (musikalischen) Reise zusammensetzen! Oder was nützt einem die schönste Choreo, wenn die Töne nicht stimmen? Wie überzeugend und unterhaltsam wird ein Auftritt, wenn die Sänger kurz vorher Auftrittsängste überfallen? Was nützt eine tolle Intontation, wenn es den Menschen in der Gruppe nicht gut miteinander geht?

So kamen immer mehr Themen zusammen, die nun in meinen Workshops und Kursen zur Sprache und Anwendung kommen, weil sie alle miteinander zusammenhängen: